20. Internationales Rühlmannorgel-Festival vom 28.08. bis 31.10.2025

Dana -
Marienkirche in Barby / PR
Marienkirche in Barby / PR

Einer der größten und traditionellsten Orgelfestivals in Europa feiert ein Jubiläum

Das internationale Rühlmannorgel Festival besteht seit 20 Jahren!

Was als kleine Rundreise des Orgelbaumeisters Albrecht Rühlmann zu den Wirkungsstätten seiner Vorfahren begann, wurde nach und nach zu einem der größten Orgelfestivals Europas, in seiner Art sogar das Größte.

Als vor 20 Jahren Kantor Matthias Müller, damals in Ostfriesland wohnhaft, zum ersten Male in seinem Leben nach Sachsen-Anhalt fuhr um sich die Orgeln seines Freundes und Nachbarn Rühlmann anzuschauen, wurden ihm sofort alle Türen geöffnet: Ein echter Rühlmann kommt zurück in seine Heimat, dort, wo die Menschen ihre Dorforgel lieben und schätzen, dort wo nicht nur der Name Silbermann als Orgelbauer bekannt ist.

Sofort war das erste Festival mit 8 Konzerten gegründet und eine erste Reise begann. Schon nach kurzer Zeit ließ sich Müller in Sachsen-Anhalt als Kantor nieder, wo er 14 Jahre lang blieb.

Von diesen 8 Kirchen nehmen bis heute 6 immer noch am Festival teil. Aber aus diesen 8 Kirchengemeinden sind inzwischen zwischen 40 und 48 pro Festival geworden. Und viele Kirchengemeinden davon sind auch schon viele Jahre dabei.

Das alljährliche Konzert zum Rühlmannfestival wird zum kulturellen Event

Denn das alljährliche Konzert zum Rühlmannfestival ist für alle Dörfer nicht nur einfach ein Orgelkonzert. Es ist ein kulturelles Event bei dem sich die Menschen von Nah und Fern treffen, Musik von hervorragenden Musikern aus vielen Ländern Europas hören und Vor- oder Hinterher noch lange zusammensitzen.

Denn anders als in vielen Kirchen im Westen Deutschlands werden die kleinen Dorfkirchen und natürlich auch deren Orgel von den Menschen geliebt und gepflegt. Mit viele Mühe werden vor Ort die Konzerte vorbereitet, damit die Besucher sich wohl fühlen und beim gemütlichen Beisammensein verköstigt werden und eine schöne gemeinsame Zeit verbringen können.

Kantor Matthias Müller hat mit seinem Festival das geschaffen, was bei vielen Orgelkonzerten schon nicht mehr die Regel ist: Das Konzert ist gut bis sehr gut besucht. In allen Kirchengemeinden hat sich zu den Solisten eine Freundschaft aufgebaut, was auch für die Musiker stets wunderbar ist wenn man sich nach einem Jahr wiedersieht.

Und dieses ohne Showgehabe, ohne musikalische Reißer um sich den Menschen anzubiedern, ohne Elektrik und stets ohne Programme und ohne Eintritt. Immer echte Kirchenmusik – aber eben Raritäten und Kuriositäten. Unbekannte Komponisten und unbekannte Werke. Stehts nach dem Motto von Rachmaninoff: "Melodie das ist Musik, die Grundlage aller Musik" und nach dem Motto des schlesischen Komponisten Max Drischners (dessen Erbe Müller ist): "Musik muss sein wie eine gute Predigt die Jedermann verstehen kann".

Es wird einfach nur schöne Musik gemacht und die Komposition und der Komponist steht im Mittelpunkt, nicht wie heute so oft der Interpret!

Beim Rühlmannorgel-Festival erklingt nur echte Orgelmusik oder Musik für Orgel und Gesang, aber eben Werke, die in vielen Jahren der Suche in vielen Ländern der Welt in Bibliotheken, Archiven oder Flohmärkten aufgetaucht sind.

Internationale Gäste bereichern mit ihrer hohen Kunst die Konzerte, stets aber vor Augen, dass sie nicht vor einem studierten Publikum musizieren, sondern vor Menschen, die recht selten in ein Orgelkonzert gehen und dann auch mit Etwas wieder nach Hause gehen möchten.

Festival soll auf das kulturelle Erbe der Rühlmannorgeln aufmerksam machen

Die Orgelbaudynastie Rühlmann aus Zörbig baute in vier Generationen über 450 Orgeln (1842-1940) - ein Teil davon entstand in Zusammenarbeit mit Albert Schweitzer. Einige Orgeln stellen einen Glanzpunkt des deutschen romantischen Orgelbaus dar. Nicht nur die Orgel in der Agnuskirche zu Köthen ist klanglich und bautechnisch ein Meisterwerk. Auch so manche Dorforgel erweist sich als klanglicher und bautechnischer Schatz. Leider ist dieses in der Fachwelt international hochgeschätzte kulturelle Erbe Sachsen-Anhalts im eigenen Lande viel zu wenig bekannt. Erlebten doch viele Generationen an Angehörigen den Klang dieser Orgeln in ihren Kirchen. Auf dieses große kulturelle Erbe aufmerksam zu machen, ist Ziel des Festivals. Kantor Matthias Müller ist jetzt seit mehreren Jahren Inhaber des Nachlasses der Firma Rühlmann und weiß über die Rühlmanns und dessen Orgeln so viel wie niemand sonst.

Eine Rühlmannorgel steht für Qualität, eine Rühlmannorgel hat das Leben der Menschen im Dorfe bei Freud und Leid begleitet, sie wurde von den Ahnen gehört und geschätzt und sie wird auch heute noch geliebt.

In den vergangenen Jahren konnte Müller in seiner Fachwerkstatt für Orgel- und Harmoniumrestauration, als Nachfolger der Firma Rühlmann, schon so ettlliche verloren geglaubte Rühlmannorgeln wiederbeleben und es gehört auch fast zum Alltag des Festivals, dass
er, wenn er zum Konzertort kommt, stets kostenlos kleine Wehwehchen vor dem Konzert noch beseitigt.

Festivalprogramm besteht aus 47 Konzerten und 2 musikalischen Gottesdiensten

In diesem Jahr besteht das Festival aus 47 Konzerten und 2 musikalischen Gottesdiensten. Der beliebte sevillanische Tenor Pedro Cuadrado und die bekannte belgische Sopranistin Cristel de Meulder aus Antwerpen werden für jeweils 10 Konzerte erwartet.

Als Kantor, Konzertorganist und Harmonist war Kantor Matthias Müller schon in vielen Ländern Europas tätig und hat bei diversen internationalen Festivals gastiert. Mit den Berichten im MDR über seine Orgelwanderungen und kirchenmusikalischen Veranstaltungen ist er schnell über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Ferner ist er künstlerischer Leiter des Internationalen Clavierfestivals in Kloster Schleswig, des Festivals in den Schlössern der Burgund, dem Festival auf dem Jakobsweg in Nord- und Mittelspanien und dem Confluenz Festival an Donau und March bei Wien. Auch der Orgelmusik-Laie wird an der hohen Kunst dieser Meister Spaß haben, da alle Werke vor oder im Konzert von den Musikern etwas erläuter werden und etwas Humor dabei auch nicht fehlen wird.

Da Müller es nicht mag, dass in Kirchen für jegliche Veranstaltungen Eintritt genommen wird, ist der Zugang zum Konzert natürlich kostenlos, aber es wird um Spenden gebeten.

Das Eröffnungskonzert mit dem Tenor Pedro Cuadrado findet am Donnerstag, dem 28.08.2025 um 19 Uhr in Zörbig statt, der Wiege der Rühlmann Orgeln. Dort wird Ende Oktober auch das Festival enden.

Am Freitag, dem 29.08.2025 folgt dann das Konzert mit Pedro Cuadrado in der Bachkirche St. Agnus in Köthen. Am Samstag um 15.00 Uhr in Beesedau und um 19.00 in der mächtigen Kirche zu Bad Salzelmen. Für den Sonntag sind Konzerte um 11.00  Uhr in Reupzig, 14.00 Uhr in Obschütz und 17.00 Uhr in Haardorf geplant und die Teilnahme am katholischen Gottesdienst in Zörbig um 9.00 Uhr.

Alle weiteren Konzerte können der umfangreichen Internetseite www.orgelbauanstaltrühlmann.de entnommen werden.

Quelle: Kantor Matthias Müller, Orgel- und Harmoniumwerkstatt