Ab Freitag, 27. März 2026 zeigt das Panometer Dresden erstmals die überarbeitete Fassung des Naturpanoramas GREAT BARRIER REEF von Yadegar Asisi. Das monumentale 360°-Rundbild widmet sich einem der artenreichsten und zugleich fragilsten Ökosysteme der Erde – dem Korallenriff vor der Nordostküste Australiens.
Aus einer fiktiven Perspektive unterhalb der Meeresoberfläche eröffnet sich den Besucherinnen und Besuchern ein umfassender Blick auf die Unterwasserwelt des Great Barrier Reef. Schillernde Korallenformationen, farbenprächtige Fische und das wechselnde Licht des Ozeans entfalten sich auf über 3.000 Quadratmetern Bildfläche in 27 Metern Höhe. Unterschiedliche Wassertiefen und Lebensräume sind in einem zusammenhängenden Bildraum verdichtet – ein Naturraum wird erfahrbar, der sich in der Realität nur ausschnitthaft erschließen lässt.
Grundlage des hyperrealistisch ausgeführten Panoramas sind zehntausende Unterwasserfotografien sowie Zeichnungen und Skizzen, die Asisi auf mehreren Expeditionen gemeinsam mit dem australischen Dokumentarfilmer und Unterwasserexperten Ben Cropp erarbeitet hat. Eine meeresbiologische Fachberatung begleitete das Projekt und gewährleistet die wissenschaftliche Einordnung der dargestellten Artenvielfalt.
Die visuelle Inszenierung wird von einer eigens komponierten Klangwelt des Komponisten Eric Babak begleitet. Atmosphärische Sounds, Musik sowie fein abgestimmte Lichtwechsel zwischen Tag und Nacht intensivieren das räumliche Erleben und lassen das Publikum tief in die Welt unter der Wasseroberfläche eintauchen.
Eine begleitende Ausstellung vertieft das Panorama
Eine begleitende Ausstellung vertieft das Panorama um eine materielle Ebene. Originale Korallen, Muscheln und Schnecken veranschaulichen, wie aus kleinsten Organismen ein komplexes, hochsensibles Ökosystem entsteht. Vom einzelnen Korallenpolypen bis zum gewachsenen Riff werden biologische Zusammenhänge und Wachstumsprozesse nachvollziehbar. Die gezeigten Objekte sind in dieser Dichte außergewöhnlich und öffentlich nur selten zugänglich, da viele der präsentierten Korallenarten heute nicht mehr gehandelt werden dürfen. Zugleich wird die Fragilität des ökologischen Gleichgewichts sichtbar, auf dem die Existenz des Riffs beruht.
GREAT BARRIER REEF steht exemplarisch für Asisis künstlerischen Ansatz, Natur nicht dokumentarisch abzubilden, sondern als verdichteten Erfahrungsraum erfahrbar zu machen. Wissenschaftliche Präzision und künstlerische Interpretation greifen dabei ineinander und eröffnen eine neue Wahrnehmung dieses einzigartigen Lebensraums.
Für die Präsentation in Dresden wurde das Panorama erneut überarbeitet
Für die Präsentation in Dresden wurde das Panorama erneut überarbeitet und neu akzentuiert. Zusätzliche Tierdarstellungen, veränderte Farbklänge und eine verfeinerte Dramaturgie machen die Dresdner Fassung zu einer eigenständigen Neuausarbeitung. Yadegar Asisi nutzt Neuauflagen bewusst als Gelegenheit, Details weiterzuentwickeln und einzelne Aspekte neu zu gewichten. „Ein Panorama ist in diesem Sinne nie vollendet“, so der Asisi über seinen fortwährenden Arbeitsprozess.
Zuvor war GREAT BARRIER REEF im Panometer Leipzig (2015–2017), im Gasometer Pforzheim (2018–2023) sowie im französischen Rouen (2017–2018) zu sehen. Mit der Dresdner Präsentation setzt Asisi seine künstlerische Auseinandersetzung mit den großen Naturräumen der Erde fort.
Noch bis 17. März 2026 ist die Ausstellung AMAZONIEN - Faszination tropischer Regenwald im Panometer Dresden zu sehen.
Über den Künstler und sein Studio
Yadegar Asisi ist Zeichner, Maler, Architekt, Bühnenbildner, Lehrer und Autor. Mit bislang 18 monumentalen Rundbildern hat er einen großen Teil seines künstlerischen Lebenswerks geschaffen, das Geschichte, Natur und Gegenwart zu offenen Bildräumen verdichtet. Heute zählt er zu den meistgesehenen deutschen Einzelkünstlern und zu den meistgesehenen Künstlern Europas; seine Arbeiten erreichen Besucherzahlen, die auch international zu den höchsten in der zeitgenössischen Kunst gehören. Seine Werke entstehen aus intensiver Recherche, eigenen Reisen und Expeditionen und laden zu einem individuellen Erleben ein. „Der Betrachter wird der Regisseur seines eigenen Sehens“, beschreibt Asisi den Kern seiner Arbeit.
