Ab 20. März startet das Barockschloss in die Sommersaison. Gäste können im Schloss zwei neue Gemälde und eine Tapisserie bewundern.
Am 20. März öffnet Schloss Moritzburg seinen Rundgang durch die Barockausstellung. Seit dem Ende der Winterausstellung am 1. März wurde gründlich geputzt und umgeräumt. Gäste des Schlosses gehen nun wieder auf Entdeckungstour durch das prunkvolle Barockschloss, entdecken die Geweihsammlung von August dem Starken im Speisesaal, die wertvollen, vergoldeten Ledertapeten, kostbares Porzellan und das einzigartige Federzimmer. Mit dem HistoPad, einem interaktiven Tabletguide, kann man auf digitale Zeitreise gehen. Hoch aufgelöste Bilder zeigen, wie die Räume zu Zeiten Augusts des Starken eingerichtet waren und genutzt wurden. Das Schloss ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen gibt es samstags und an Feiertagen um 11 und 13 Uhr, sonntags um 11 Uhr.
Neuerwerbungen werden erstmals ausgestellt
In den vergangenen Jahren erlangte der Geschäftsführer der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG), Herr Dr. Christian Striefler, zwei bedeutende Gemälde, die ihren Platz zunächst im Schloss Moritzburg gefunden haben. Schlossleiterin Dr. Dominique Fliegler: „Die beiden wertvollen Gemälde und eine kunstvolle Tapisserie mit dem Bildnis Augusts des Starken, werden im Monströsensaal ausgestellt. Gäste, die uns in dieser Saison besuchen, können die Kunstwerke erstmals erleben. Das Team von Schloss Moritzburg freut sich sehr auf den bevorstehenden Saisonstart.“
Zwei Gemälde, eine Tapisserie
Über eine Auktion gelang es SBG, zwei Porträtgemälde zu erwerben. Ein Bildnis zeigt König Stanislaus I. Leszczyński (1677-1766) von Polen und Herzog von Lothringen und Bar aus der Hand des preußischen Hofmalers Antoine Pesne. Stanislaus Leszczyński spielt eine wichtige Rolle in der sächsischen Geschichte des Augusteischen Zeitalters. Ab 1697 bekleidete er das bedeutende Amt des Großmundschenks der polnischen Krone am Hof Augusts des Starken.
Beim zweiten Gemälde handelt es sich um das Porträt einer Hofdame des sächsisch-polnischen Hofes aus der Zeit Augusts des Starken. Es stammt aus der erstklassigen Hand des ungarischen Malers Ádám Mányoki. Mányoki war durch August den Starken beauftragt worden, eine große Anzahl adeliger sächsischer und polnischer Hofdamen für seine „Schönheitengalerien“ in Pillnitz und Warschau zu porträtieren. Die Pillnitzer Damenporträtgalerie umfasste mehr als 600 Bildnisse, deren intensive Aufarbeitung erst am Anfang steht. Sowohl Antoine Pesne als auch Ádám Mányoki gehören zu den großen, französisch beeinflussten Malern des 18. Jahrhunderts, die durch ihre exzellente Porträtkunst dazu beigetragen haben die höfische Porträtmalerei in Sachsen und Preußen auf ein europäisches Niveau zu heben.
Aus englischem Kunsthandel wurde zudem die Porträttapisserie mit dem Bildnis König Augusts des Starken aus der Werkstatt des Pierre Mercier um 1725 erworben. Der König ist lebensgroß dargestellt. Vermutlich war der ursprüngliche Wandteppich wesentlich größer und der obere Teil mit dem Brustbild des Königs wurde später herausgeschnitten. Der König trägt einen reich bestickten Mantel, um den Hals die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies und an der Brust den Stern des weißen Adlerordens. Der französische Teppichwirker Pierre Mercier (1625-1719) arbeitete ab 1716 in Dresden und erhielt den Titel „Inspekteur der königlichen Tapisserien“. Für August den Starken schuf er mehrere großformatige Webteppiche zur Einrichtung des Dresdner Residenzschlosses. Die meisten davon zählen zu den Kriegsverlusten bzw. befinden sich außerhalb Deutschlands. Insofern stellt der Erwerb dieses Teppichs einen seltenen Glücksfall dar.
Sonderausstellung „Dünnes Eis“ geht in die Verlängerung
Im Juni 2025 öffnete eine Sonderausstellung zur Geschichte zweier Inuit aus Labrador im Schloss Moritzburg. Ab 15. Mai 2026 wird die Sonderschau fortgesetzt.
Vor 200 Jahren betraten die Inuit erstmals sächsischen Boden. Diese historische Begegnung steht im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Dünnes Eis - Inuit zur Schau gestellt“. Die jungen Inuit George und Mary verließen Anfang der 1820er Jahre mit dem US-amerikanischen Kapitän Samuel Hadlock ihre Heimat und tourten mit einer Show ihrer indigenen Lebensweise und Kultur durch Europa. 1825 weilten sie auf Schloss Moritzburg, wo George mit seiner Demonstration einer Kenterrolle im Kajak auf dem Schlossteich den gesamten Hof unterhielt. Die Ausstellung erzählt ihre Geschichte, ermöglicht außerdem einen Einblick in die heutigen Lebensumstände der Inuit in Labrador und schlägt mit Interviews und aktuellen Themen eine Brücke in unsere Gegenwart fernab von Iglu und Nasenkuss.
Schloss Moritzburg – Barockausstellung
Geöffnet 20. März bis 1. November 2026
Montag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
15. Mai bis 1. November 2026:
Sonderausstellung „Dünnes Eis - Inuit zur Schau gestellt“
Eintritt inkl. Histopad und Sonderausstellung
Vollzahler: 12€ | Ermäßigt 10€ | Kinder 6 bis 16 Jahre 4,50€
Alle Veranstaltungen, Ausstellungen und Informationen zum Schloss unter
www.schloss-moritzburg.de
