Einbruchschutz 2.0: Wie Sie Ihr Haus für Feiertage sichern

Dana -
Bild von Steffen Salow auf Pixabay
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Vorweihnachtszeit ist Einbruchszeit: Um Ihr Haus im Herbst und Winter gegen Einbruch zu schützen, achten Sie auf wichtige Verhaltenstipps, sichere Fenster und Türen sowie moderne Lösungen wie Kameras, Bewegungsmelder oder Anwesenheitssimulationen. Mit wenigen Vorsichtsmaßnahmen machen Sie Langfingern einen Strich durch die Rechnung und genießen die Feiertage unbeschwert.

Warum passieren viele Einbrüche in der Vorweihnachtszeit?

Wohnungseinbrüche zählen zu den am besten erfassten Sachdelikten in Deutschland. Eine Dunkelziffer ist daher quasi kaum vorhanden. Der Grund dafür ist einfach: Zum Ausgleich von Schäden oder Verlust melden Betroffene nahezu jeden Einbruch der Versicherung.

2023 lag die Zahl gemeldeter Einbrüche bei etwa 213 täglich. Allein im Jahr 2024 lag die Quote bei rund 90.000 versicherungsrelevanten Einbrüchen. Statistisch ist das etwa ein Einbruch pro Minute.

Besonders aktiv werden Langfinger nicht etwa während der Sommerferien, sondern in den Wintermonaten. Auch hier ist die Erklärung dafür einfach:

  • Weniger Tageslicht: Dezember ist der Monat mit dem wenigsten Tageslicht. Je früher die Sonne untergeht, desto besser für Einbrecher.
  • Vielversprechende Beute: In der Vorweihnachtszeit spekulieren Verbrecher auf besonders viele Geschenke, Wertgegenstände und Bargeld in unbewachten Häusern.
  • Leere Häuser: In der Weihnachtszeit stehen Familienbesuche, Partys bei Freunden oder Urlaub in wärmeren Gefilden auf dem Plan. Viele Häuser sind daher für längere Zeiträume ungeschützt.

Technologie gegen Einbrecher: Lösungen für Einbruchschutz 2.0

Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen liegt bei etwa 15,3 Prozent. In den meisten Fällen müssen Versicherer also den Schaden ausgleichen, denn nur selten werden Täter gefasst. Um es gar nicht dazu kommen zu lassen, muss Ihr Haus nur lang genug gegen Einbruchsversuche standhalten. Fünf Minuten, um genau zu sein, weil Einbrecher statistisch nach dieser Zeit aufgeben. Ein solider Grundschutz aus mechanischen und elektrischen Sicherheitslösungen reicht schon aus. Dazu zählen:

  • Sichere Türen und Fenster: Moderne Fenster und Türen an Haus, Terrasse, Keller und Balkon sollten nach vom ADAC empfohlenen Einbruchsstandards zertifiziert sein. Ratsam sind Türen mit einer Einbruchshemmung von mindestens DIN EN 1627 (Widerstandsklasse RC 2). Besser ist die Widerstandsklasse RC 3, für Gewerbe sogar RC 4 bis RC 6. Besonders sicher sind nachrüstbare Panzerriegel, Pilzkopfzapfen und Sicherheitsschließbleche, die ein Aufbrechen oder Aushebeln erschweren. Bei Fenstern helfen abschließbare Fenstergriffe mit Fensterbeschlägen, Drehkippbeschläge, Mehrfachverriegelungen und Hintergreifsicherungen.

  • Kameras und Bewegungssensoren: Ob kabelgebunden oder per WLAN und App, moderne Außenkameras samt Bewegungsalarm informieren Sie über jeden Einbruchsversuch. So können Sie zeitnah oder automatisch die Polizei oder Sicherheitsdienste verständigen. Auch Nachtsichtfunktionen per Infrarot-LED sind unverzichtbar.

  • Anwesenheitssimulationen: Laut Polizei ist die Anwesenheitssimulation die wichtigste Säule für Einbruchschutz. Durch Licht, Ton oder Bewegung können Sie Anwesenheit vorgaukeln und Einbrecher abschrecken. Dazu zählen zeitgesteuerte Beleuchtungslösungen, eine automatisierte Rollladensteuerung sowie zeitgesteuerte Radios, Fernseher und Haushaltsgeräte.

  • Alarmanlagen: Wenn Alarmanlage, dann smart. Das bedeutet, dass Türen und Fenster mittels Sensoren und Kontakten sofort Alarm schlagen und Sie per Push-Nachricht oder App benachrichtigen.

  • Smart-Home-Vernetzung: Dank Smart-Home-Systemen synchronisieren Sie Ihren Einbruchsschutz mit Haushaltsgeräten, Beleuchtung, Rollläden und Fenstersystemen. Individuelle Alarm- und Überwachungssysteme, Anwesenheitssimulationen und Schließlösungen binden Sie in Ihr Smart Home ein und steuern oder programmieren alles zentral.

Hausratversicherung: Ein Muss für Einbruchschutz

Fester Bestandteil von Einbruchsschutz ist eine Hausratversicherung. Diese ersetzt den Wert von beschädigten Türen und Fenstern, Einrichtungs- und Wertgegenständen sowie von gestohlenem Bargeld. Ein Basisschutz ist gar nicht teuer: Die Kosten der HUK24 Hausratversicherung fangen beispielsweise bei rund 20 Euro pro Jahr an.

Übrigens: Versicherungsschutz ist nicht vom modernsten Einbruchschutz abhängig. Solange Sie Fenster und Türen bei Abwesenheit abschließen, greift im Einbruchsfall auch die Hausratversicherung.

Einbrüche verhindern durch präventives Verhalten

Nicht nur auf Technologie, auch auf Ihr Verhalten kommt es an. Mit diesen Verhaltenstipps machen Sie Einbrechern das Leben schwerer:

  • Ganz gleich, warum und wie lange Sie das Haus verlassen, schließen Sie immer alle Fenster und Türen ab. Lassen Sie Fenster nie gekippt, wenn Sie nicht anwesend sind.
  • Schließen Sie Rollläden nicht, wenn Sie noch am selben Tag zurückkommen. Tagsüber geschlossene Rollläden signalisieren Einbrechern, dass niemand zuhause ist. Bei längerer Abwesenheit sollten geschlossene Rollläden gegen Aufhebeln und Hochschieben gesichert sein.
  • Kellerfenster sollten Sie mit Fenstergittern und Abhebesicherungen versehen.
  • Kündigen Sie Ihre Abwesenheit nicht auf sozialen Medien an und informieren Sie Nachbarn, wenn Sie in den Urlaub fahren.
  • Verstecken Sie Ersatzschlüssel nicht auf dem Grundstück.
  • Reisen Sie schnell und unauffällig ab, packen Sie im Haus, räumen Sie Koffer in der Garage ins Auto und vermeiden Sie langwierige Abschiede.