
Verbraucherzentrale Sachsen bietet Beratung zu Heimkosten und Entgelterhöhungen
Die meisten Menschen wünschen sich für ihren Lebensabend vor allem eines: Sicherheit, Würde und eine gute Versorgung. Doch für viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wird ein Platz im Pflegeheim zunehmend zu einer finanziellen Herausforderung.
Denn auch im Jahr 2026 sind die Eigenanteile für Bewohner*innen stationärer Pflegeeinrichtungen erneut gestiegen. Im Freistaat Sachsen müssen Pflegeheimbewohner*innen im ersten Aufenthaltsjahr inzwischen durchschnittlich 2.986 Euro monatlich aus eigener Tasche zahlen. Im Jahr zuvor lag der Eigenanteil noch bei 2.720 Euro. Innerhalb eines Jahres entspricht das einer Steigerung von rund 9 Prozent. Bundesweit liegt der durchschnittliche Eigenanteil sogar bei 3.245 Euro. Das geht aus aktuellen Auswertungen des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek) zu Beginn des Jahres hervor.
„Die steigenden Kosten bringen immer mehr Pflegebedürftige und ihre Angehörigen an ihre finanziellen Grenzen“, sagt Micaela Schwanenberg, Referentin bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Viele Betroffene können die Eigenanteile nicht mehr aus Einkommen oder Vermögen finanzieren. Entsprechend steigt die Zahl der Menschen, die auf Hilfe zur Pflege angewiesen sind. Inzwischen muss fast jede*r dritte Pflegebedürftige Sozialhilfe in Anspruch nehmen.
Aus Sicht der Verbraucherzentrale Sachsen zeigt diese Entwicklung, dass die Finanzierung der Pflege dringend reformiert werden muss. Die gesetzliche Pflegeversicherung braucht eine solide, generationengerechte und langfristig tragfähige Finanzierungsgrundlage. Gleichzeitig müssen Pflegebedürftige spürbar entlastet werden.
„Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, sollten sich keine Sorgen machen müssen, ob sie sich einen Pflegeplatz leisten können“, so Schwanenberg.
Verbraucher*innen, die von einer Entgelterhöhung oder einer angekündigten Preiserhöhung betroffen sind, können sich an die Verbraucherzentrale Sachsen wenden. Die Berater*innen prüfen, ob eine Entgelterhöhung rechtmäßig ist und unterstützen auch bei Fragen zum Heimvertrag oder bei Problemen mit Pflegeeinrichtungen.
Beratungstermine können telefonisch unter 0341 6962929 oder online vereinbart werden.