
Sachsen und Südtirol liegen auf den ersten Blick weit auseinander. Rund sieben Autostunden trennen Dresden von Meran. Trotzdem zieht es jedes Jahr zahlreiche Reisende aus Mitteldeutschland hierher – und die meisten kommen wieder. Warum? Weil die Gegend zwischen Meran und dem Vinschgau Bergpanorama mit beinahe südlichem Klima verbindet. Familien, Paare und Aktivurlauber finden hier gleichermaßen ihr Programm. Selbst erfahrene Südtirol-Kenner entdecken bei jedem Besuch etwas Neues.
Über 300 Sonnentage im Jahr
Das Etschtal schirmt Meran und die umliegenden Gemeinden zuverlässig gegen kalte Nordwinde ab. Daraus entsteht ein Mikroklima, das in den Alpen seinesgleichen sucht. Über 300 Sonnentage pro Jahr, milde Winter und heiße Sommer prägen die Region. Im Frühjahr verwandeln sich die Obstwiesen in ein weißes Blütenmeer aus Millionen Apfelblüten. Im Herbst bestimmt die Weinlese den Rhythmus der Dörfer. Weit im Westen ragt der Ortler mit 3.905 Metern als höchster Gipfel der Südtiroler Alpen empor – von Meran aus bei klarer Sicht bereits zu erahnen.
Kulturgeschichte zwischen Österreich und Italien
Meran war bereits im 19. Jahrhundert ein begehrter Kurort. Kaiserin Elisabeth von Österreich weilte hier mehrfach zur Erholung. Die Jugendstil-Architektur des Kurhauses, die Lauben der Altstadt und die Promenade entlang der Passer erzählen von dieser Epoche. Österreichisches Erbe und italienische Lebensart verschmelzen zu einem Stadtbild, das sich schwer mit anderen Orten vergleichen lässt.
Partschins – Dorf mit Erfindungsgeist
Nur wenige Kilometer weiter liegt Partschins. Das schöne Hotel Sonne in Partschins empfängt seine Gäste direkt im Ortskern, persönlich geführt und mit kurzen Wegen zu allem, was das Dorf ausmacht. Peter Mitterhofer, Erfinder der Schreibmaschine, stammte nämlich von hier. Das nach ihm benannte Museum zeigt über 2.000 Exponate, darunter eine Enigma-Maschine aus dem frühen 20. Jahrhundert. Obendrein lohnt sich der Abstecher zum Partschinser Wasserfall – einer der eindrucksvollsten in ganz Südtirol, erreichbar über einen gut ausgebauten Wanderweg ab dem Dorfzentrum.
Auf zwei Rädern oder zu Fuß
Der Vinschger Radweg erstreckt sich über rund 80 Kilometer vom Reschensee bis nach Meran. Der Untergrund ist größtenteils flach und asphaltiert, also geeignet für Familien wie für ambitioniertere Radfahrer. Mit der Vinschgerbahn lässt sich der Rückweg bequem ohne eigenes Fahrrad bewältigen. Das Outdoor-Magazin Tour beschreibt das Meraner Land als sonnenverwöhntes Trockental und betont die Kombination aus Radstrecken und Bergtouren. Wanderwege gibt es für sämtliche Schwierigkeitsgrade. Viele Almhütten erreichen Sie zudem bequem per Seilbahn, sodass die Bergwelt auch weniger geübten Gästen offensteht.
Schlutzkrapfen, Speck und Wein
Die Küche der Region lebt von der Mischung österreichischer Deftigkeit und italienischer Leichtigkeit. In den Gasthäusern stehen Schlutzkrapfen – gefüllte Teigtaschen mit Spinat und Ricotta – neben Polenta und geräuchertem Südtiroler Speck. Weine wie Vernatsch und Lagrein lassen sich in zahlreichen Buschenschänken verkosten. Auf den Wochenmärkten in Meran finden Sie regionale Produkte direkt vom Erzeuger:
- Würziger Bergkäse aus kleinen Sennereien, Obstbrände und Honig aus heimischer Produktion
- Frisch gebackener Apfelstrudel aus Vinschgauer Äpfeln, der in kaum einem Gasthaus auf der Karte fehlt
Die richtige Unterkunft finden
Das Angebot reicht von großen Wellness-Hotels in Meran bis zu kleinen Pensionen und Ferienwohnungen in den Nachbardörfern. Partschins etwa bietet eine ruhige, authentische Alternative zum städtischen Trubel – und trotzdem liegt alles in Reichweite. Frühzeitig reservieren zahlt sich besonders für die Apfelblüte im April und die Sommermonate von Juli bis September aus.
Eine Region, die lange nachwirkt
Die Gegend zwischen Meran und dem Vinschgau hält mehr bereit, als ein erster Blick vermuten lässt. Wer einmal hier war, versteht schnell, warum Gäste aus Sachsen und ganz Deutschland immer wieder zurückkehren – und das unabhängig von der Jahreszeit. Sowohl im Sommer als auch im Winter ist die Gegend immer einen Besuch wert: Alpines Panorama, südliches Klima, lebendige Dorfkultur und eine Küche mit Charakter – diese Kombination findet sich selten an einem Ort.