
Verbraucherzentrale warnt vor Abzocke bei Notfallreparaturen
Im Raum Leipzig kommt es vermehrt zu Betrugsfällen im Zusammenhang mit vermeintlichen Notfallreparaturen durch unseriöse Handwerker. Hinter professionell wirkenden Internetseiten verbirgt sich häufig ein System, bei dem Betroffene in Notsituationen mit überhöhten Preisen konfrontiert werden.
„Besonders leicht geraten Menschen in diese Falle, wenn schnelle Hilfe benötigt wird und keine Zeit für Preisvergleiche oder mehrere Angebote bleibt – etwa bei einem Wasserschaden, einer verstopften Toilette oder wenn man sich ausgesperrt hat“, weiß Anselm Schüren, Rechtsberater der Verbraucherzentrale Sachsen.
Die Masche ist meist ähnlich: Über Suchmaschinen oder Anzeigen stoßen Verbraucher*innen auf Webseiten, die schnelle und angeblich regionale Hilfe versprechen. Vor Ort erscheinen dann jedoch Subunternehmer, die teilweise nicht einmal über eine ausreichende fachliche Qualifikation verfügen. Neben mangelhaften Arbeiten verlangen sie anschließend extrem überhöhte Beträge.
Aktuelle Beispiele aus der Beratungspraxis zeigen die Dimensionen:
- Verstopfte Toilette: angebliche „Ersthilfe“ bis zu 1.500 Euro
- Türöffnung nach dem Aussperren: etwa 840 Euro
- Anbringen einer Lampe: rund 350 Euro
Nach der Durchführung der Arbeiten wird häufig auf einer sofortigen Zahlung bestanden. Dabei treten die Handwerker teilweise einschüchternd auf und verlassen die Wohnung erst, wenn gezahlt wird. Nicht selten wird dabei behauptet, man sei gesetzlich zu einer sofortigen Bezahlung verpflichtet.
„Ist das Geld einmal gezahlt, lässt es sich in vielen Fällen kaum zurückholen. Denn die angegebenen Firmenanschriften sind häufig nicht erreichbar oder existieren gar nicht“, so Schüren. Die Betreiber der Webseiten erklären zudem, sie würden lediglich Handwerker vermitteln und hätten mit den eingesetzten Subunternehmern selbst nichts zu tun. „In vielen Fällen steckt hinter diesem Vorgehen jedoch ein organisiertes System, bei dem mehrere Beteiligte an der Abzocke verdienen“, erklärt Schüren.
Quick-Tipps:
- Es besteht grundsätzlich keine Pflicht zur sofortigen Zahlung vor Ort
- Direkte Zahlungen verweigern und stattdessen eine Rechnung verlangen
- Personen auffordern die Wohnung zu verlassen, zur Not Polizei rufen
Die Verbraucherzentrale Sachsen rät Verbraucher*innen bei Handwerkerleistungen möglichst auf bekannte oder empfohlene regionale Betriebe zurückzugreifen und sich immer über Preise und Anbieter zu informieren.
Bei Problemen mit unseriösen Handwerkerdiensten, Notfall-Services oder Haustürgeschäften berät die Verbraucherzentrale in Leipzig persönlich, telefonisch und per Video-Chat. Termine können unter 0341 6962929 oder online vereinbart werden.