Filmreihe »Jüdisches Leben im deutschen Film nach 1945 – verdrängtes und gelebtes Gedächtnis«
Die Darstellung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur im deutschen Nachkriegsfilm ist eine Geschichte von Abwesenheit und Schuldabwehr, von langsam einsetzender Aufarbeitung und schließlich von vielstimmiger Normalität. Nach 1945 entwickelten sich in Ost- und Westdeutschland deutlich voneinander abweichende filmische Zugänge zum Judentum, die eng mit den jeweiligen politischen Systemen, ideologischen Rahmenbedingungen und Geschichtsnarrativen verknüpft waren. Auf der Suche nach Bildern über jüdisches Leben fokussiert die Filmreihe auf das wichtigste Kulturmedium des 20. Jahrhunderts – den Film. Der retrospektive Ansatz ermöglicht einen emotionalen und zugleich filmkünstlerischen Zugang für ein breites Publikum.
Die Filmreihe ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museumskino Dresden e. V. in den Technischen Sammlungen und dem Clubkino im Lingnerschloss.
Im Rahmen von „TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“
Herr Zwilling und Frau Zuckermann
Dokumentarfilm, Regie: Volker Koepp, DE, 1999, 132 min
Darsteller: Rosa Roth-Zuckermann, Mathias Zwilling u. a.
Täglich besucht Herr Zwilling die 90-jährige Frau Zuckermann. Man spricht über das gemeinsam Erlebte, über Politik und Literatur. Beide kommen aus Czernowitz, einst Zentrum jüdischer Kultur im Westen der Ukraine – bis 1941. Damit verknüpft werden Episoden jüdischer Erfahrungen im Czernowitz der späten 1990er-Jahre, nach dem Ende der Sowjetunion.
Filmeinführung: Dr. Karsten Fritz
Eintritt 7 Euro
Bitte reservieren Sie rechtzeitig online oder telefonisch beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter Tel. 0351-488 7272 (MO-FR).
https://tsd.de/programm/veranstaltungen/museumskino-ernemann-vii-b