In einer Zeit, in der religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Gewissheiten weltweit ins Wanken geraten, setzt die Jüdische Kultusgemeinde Dresden ein bemerkenswertes Zeichen: Mit „Die ewige Schrift – Eine Tora für Dresden“ beginnt ein Projekt, das zugleich spirituell, bildungspolitisch und gesellschaftlich ist – und das in dieser Form europaweit bislang ohne Vorbild ist.
Im Zentrum steht ein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Vorgang: Der vollständige Schreibprozess einer Sefer Tora – der handgeschriebenen Rolle der fünf Bücher Mose – wird öffentlich sichtbar gemacht. Auf dem Vorplatz des Stadtmuseums Dresden entsteht in einem eigens konzipierten, gläsernen Schreibpavillon über 18 Monate hinweg ein Werk, das in jüdischer Tradition als heilig gilt – und nun zum Anlass für Austausch, Lernen und gemeinsame Erfahrung wird. Hier schreibt ein Sofer Stam – ein ausgebildeter Schreiber heiliger Texte – auf koscherem Pergament nach den überlieferten Regeln der Halacha, Buchstabe für Buchstabe, in höchster Präzision und mit tiefer geistiger Konzentration. Ein Akt, der sonst im Verborgenen geschieht, wird so zum kulturellen Ereignis, das die Stadtgesellschaft mit einbezieht – als Zeugin, Fragende, Teilhabende.
- Ein öffentliches Kulturprojekt der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden über Schrift, Erinnerung und das Zusammenleben
- Ort: Im Außenbereich des Museums, neben der Haltestelle der Stadtrundfahrten.
- neue Schreibzeiten: MO / MI 16:00 – 18:00 Uhr, SO 12:00 – 17:00 Uhr
Bitte informieren Sie sich unter www.stadtmuseum-dresden.de
Im Aktuellen gibt es einen ausführlichen Artikel zum Projekt.