Reihe: „Jüdisches Leben im deutschen Film nach 1945 – verdrängtes und gelebtes Gedächtnis“
Kooperationsprojekt Museumskino der Technischen Sammlungen Dresden & Clubkino im Lingnerschloss
Die Darstellung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur im deutschen Nachkriegsfilm ist eine Geschichte von Abwesenheit und Schuldabwehr, von langsam einsetzender Aufarbeitung und schließlich von vielstimmiger Normalität. Nach 1945 entwickelten sich in Ost- und Westdeutschland deutlich voneinander abweichende filmische Zugänge zum Judentum, die eng mit den jeweiligen politischen Systemen, ideologischen Rahmenbedingungen und Geschichtsnarrativen verknüpft waren. Auf der Suche nach Bildern über jüdisches Leben fokussiert die Filmreihe auf das wichtigste Kulturmedium des 20. Jahrhunderts – den Film. Der retrospektive Ansatz ermöglicht einen emotionalen und zugleich filmkünstlerischen Zugang für ein breites Publikum.
Mittwoch, 29.04.2026 19:30 Uhr
Levins Mühle
Regie: Horst Seemann, DDR, 1980, 118 min
Darsteller: Christian Grashof, Erwin Geschonneck, Kurt Böwe u. a.
Ostpreußen, 1874: Der jüdische Mühlenbesitzer Levin wehrt sich gegen seinen betrügerischen deutschen Konkurrenten, der mit allen Mitteln versucht, ihn zu vertreiben. Basierend auf der Novelle von Johannes Bobrowski entwirft Horst Seemanns DEFA-Film ein vielschichtiges Sittengemälde. Er erzählt nicht nur eine packende Geschichte von Habgier und Justiz, sondern seziert den alltäglichen Antisemitismus der Dorfgemeinschaft und stellt die Frage nach moralischem Mut und Gerechtigkeit.
Eintritt 7 Euro
Bitte reservieren Sie rechtzeitig beim Clubkino im Lingnerschloss unter info@clubkino-dresden.de.
http://www.lingnerschloss.de/veranstaltungen/clubkino-kikili/list.events/-