Malerei und Weberei aus zwei Jahrzehnten von Danjana Brandes
Seit über zwei Jahrzehnten verbindet Danjana Brandes in ihrer Arbeit die selten gewordene Technik der Leinen-Flachweberei mit Malerei und grafischen Elementen. Ihre Besonderheit: Die Künstlerin fertigt ihre Leinwände selbst – vom Färben der Garne über das Weben bis hin zur malerischen Gestaltung. So entstehen Werke, in denen Material, Struktur und Bild eine untrennbare Einheit bilden. Die neue Ausstellung „Waldgeheimnis“ lädt das Publikum so zu einer entschleunigten Wahrnehmung ein. Der Wald erscheint dabei nicht als bloße Landschaft, sondern als vielschichtiger Seelenraum – als Ort der Stille, der Erinnerung und des Verborgenen. Die Arbeiten wirken wie gewachsene Bilder, die Zeit, Naturerfahrung und handwerkliche Präzision in sich tragen.
Die Künstlerin wurde 1979 in Neindorf in Sachsen-Anhalt geboren. Nach einer werbegrafischen Ausbildung in Freital, begann sie 1999 ein Studium an der Burg Giebichenstein, der Hochschule für Kunst und Design in Halle/Saale. Anfangs war sie dort in der Klasse für Buchkunst bei Prof. Mechthild Lobisch und lernte ein Jahr lang die Grundlagen der Bucheinbandgestaltung. Sie wechselte im Jahr 2000 in die Klasse Malerei/Textil bei Prof. Inge Götze. Dort probierte sie zunächst textile Techniken wie Papierschöpfen und Stickerei aus, auch setzte sie sich stark mit der analogen Fotografie auseinander. Von 2002 bis 2005 erlernte sie in der Staatlichen Textilmanufaktur in Halle/Saale die Leinen-Flachweberei parallel zu ihrem Kunststudium. Seitdem bildet diese Technik die Grundlage ihrer künstlerischen Arbeit.
»Wichtig ist mir vor allem das gleichwertige Miteinander von Weberei und Malerei. Die Weberei allein wird zum Tuch, die Malerei ohne die selbst gewebte Leinwand erreicht für mich nicht die zarte Dimension des Verbundenseins. Ich brauche den Zauber der gewebten Flächen, die ganze Vorarbeit, damit sich die malerische Arbeit danach so sensibel entwickeln kann. Die gewebten Strukturen mit ihren Farben und Mustern, das saugfähige Material bedingen eine ganz andere Herangehensweise als eine gekaufte weiße Leinwand.«
Die Ausstellung kann bis zum 14. Juni 2026 jeweils von Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 17.30 Uhr sowie an den Wochenenden zusätzlich von 9.30 Uhr bis 12 Uhr sowie zu den Veranstaltungen in der KunstWandelhalle Bad Elster inmitten der Königlichen Anlagen besichtigt werden.